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Warum wir gerade an diesen Weihnachten Gottesdienste brauchen und feiern sollten.
Die Diskussion flammt wieder auf: Warum sollte man ausgerechnet in diesem Jahr zu einem Geburtstagsfest gehen, an dessen Sinn zumindest die knappe Hälfte der Bevölkerung zunehmend zweifelt?

Weil von diesem Geburtstagsfest eine Botschaft ausgeht, die gegen Zweifel, ja auch gegen Verzweiflung wirkt: Die Geburt Jesu, des Sohn Gottes, des Friedensbotschafters, mit den Attributen Glaube, Hoffnung und Liebe versehen.

Natürlich kann man das auch alles im Radio und am Fernsehen verfolgen: Aber live ist live. Jeder Sport- und Musikfan weiß das und auch wir spüren alle zunehmend, dass ein persönliches Gespräch, ein Besuch etwas anderes ist als die noch so tolle HD-Videokonferenz. Auch wenn wir in den letzten Jahren immer über den Besuch bei der buckligen Verwandtschaft gelästert haben, weil wir es vielleicht auch als lästig empfanden: Wir haben es trotzdem gemacht, weil wir tief in uns fühlten, dass wir es brauchen.

Warum sollen die Kirchgänger bevorzugt und vom Lockdown ausgenommen werden? Gerecht ist, wenn es alle trifft, haben wir aus der Politik gehört.
Was unterscheidet die Kirchen vom Stadion, Kino und Theater?

Zunächst ganz pragmatisch: Wir Kirchen haben uns seit dem ersten Lockdown trainiert und diszipliniert. Wir können Hygiene.
Und inhaltlich: Das gemeinsame Gebet ist nicht nur für die dort live Anwesenden, sondern es geht eine Kraft davon aus, die darüber hinaus wirkt. Der Jubel und die Freude über die Geburt Christi in den hellerleuchteten Gotteshäusern in jedem Ort dieser Republik bleiben nicht in den engen Kirchenmauern sondern tragen weiter. Diese Botschaft geht seit zweitausend Jahren viral und es ist eine Botschaft des Lebens. Diese Infektionskette dürfen wir nicht unterbrechen.
Wir infizieren uns weiter mit Hoffnung, der Botschaft vom Frieden und der Liebe und dieses Gefühl, diese Werte müssen durch Menschen persönlich weitergetragen werden. Live in der Kirche bedeutet eben auch deshalb einen Wert für die ganze Gesellschaft.

Und diejenigen, die nicht kommen wollen, aus allerlei verständlichen Gründen, können, dürfen, sollen daheim bleiben: Viele Gemeinden haben Livestreams organisiert, dass auch diese Gläubigen nicht „nur“ den Papst oder Bischof, sondern ihren „eigenen“ Pfarrer in „ihrer“ Kirche erleben können.
Aber dafür müssen eben auch Gottesdienste stattfinden.

Ein Plädoyer

von Peter Pospiech

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