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Gelegenheit zur Kreuzverehrung am Karfreitag

Eigentlich ist die Kreuzverehrung zentraler Punkt der Karfreitagsliturgie.

Wir erinnern uns an das Leiden und Sterben Jesu, hören Gottes Wort und treten vor das Kreuz, das vor dem Altar steht, um es zu verehren.

Gerne möchten wir jedoch zum stillen Gebet am Karfreitag vor dem Kreuz einladen (Bitte halten Sie hierbei den nötigen Abstand).

Passion - Ein Leidensweg

Das Wort Passion wird heute oft mit einer Leidenschaft in Verbindung gesetzt. Es handelt sich hierbei um Dinge, die mich mit Herz und Seele umfassen. Allerdings geht die Bedeutung des Wortes noch weiter, ja vielleicht sogar noch tiefer. Denn Passion ist auch etwas, das Leiden schafft. Ein Leid, geschaffen nicht nur durch körperlichen und seelischen Schmerz, sondern vielleicht auch erschwert durch einen steinigen und staubigen Weg in stechendem Sonnenschein. Bleibt in einem solchen Moment nicht nur der Blick auf den Boden? Dort, wo man den vermeintlich einzigen Begleiter, seinen Schatten, sieht? Auch wenn es ein großer Kraftakt ist, seinen Blick wieder zu heben, so kann es doch sein, dass der Schatten ein Gesicht bekommt und dass in diesem Gesicht ein kräftigendes Lächeln zu sehen ist. Oder vielleicht mehr noch, dass von dort ein gutes Wort, eine tröstende Geste entgegen kommt. Erkennen wir uns dort wieder? Gibt es Momente, in denen wir ähnliche Gedanken und Hoffnungen haben? Auch wenn die Dimension zur Leidensgeschichte Jesu auf einer anderen Ebene steht, so sind doch seine und und unsere Erfahrungen manchmal ziemlich ähnlich. Was bei allem Schmerz und Leid immer mitschwingt, ist doch die Hoffnung. Die Hoffnung, getragen und nicht alleine zu sein. „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist!“ (Lk 23,46) Ein Ausruf tiefster Hoffnung und tiefstem Vertrauen auf ein Getragensein durch Einen, der größer und stärker ist als ich. Was sind meine persönlichen Hoffnungsquellen?

Kreuzverehrung - Ein schlichtes Dankeschön

Christus hat nicht nur damals alle Last und Schuld auf sich genommen. Auch heute noch dürfen wir immer wieder mit unseren Problemen, mit allem, was belastet und bedrängt, zu ihm kommen. Wir dürfen ihm alles übergeben und er sagt immer wieder: „Kommt alle zu mir, die ihr mit Lasten beladen seid.“ (Mt 11,28) In der Kreuzverehrung sagen wir Dank für die Opferbereitschaft Jesu und für diese große Liebe, mit der er uns immer wieder vergibt, uns Mut und Hoffnung machen möchte. Was heißt es für uns eigentlich heute, wenn jemand etwas opfert - auf etwas verzichtet - um einem Mitmenschen Gutes zu tun? Welche Bedeutung hat das für uns?

Fürbitten - Die großen 10

Immer wieder wenden wir uns auf ganz unterschiedliche Weise an Gott. Für einen Menschen, in einer besonderen Lebenslage oder aufgrund eines speziellen Ereignisses rufen wir zu Gott, zu Christus oder zu Maria. Es tut gut, wenn wir Dinge abgeben können. Dann können wir versuchen uns wieder neu zu ordnen, denn vielleicht wir sehen manches aus einem andern Blickwinkel. Die 10 großen Fürbitten umfassen so viele individuelle Anliegen vieler Menschen und all diese werden, von allen Gottesdienstorten, Gott anvertraut. Was möchte ich in diese großen Fürbitten ganz persönlich mit hineinlegen?

Stille - „...“

Umrahmt wird der Karfreitag von einer besonderen Stille. Nicht nur der liturgische Ein- und Auszug geschieht in absoluter Stille. Damit verbunden ist eine Art von absoluter Schlichtheit. In der Stille hören wir oftmals auf das Wesentliche. In der Stille kann nicht nur Begegnung mit Gott stattfinden, sondern und vor allem findet Begegnung mit mir statt. Ich habe keine Wahl, meinen eigenen Gedanken und Fragen aus dem Weg zu gehen. So kann die Stille, trotz der äußeren Ruhe, innerlich sehr laut und aufwühlend sein. Und dennoch ist es gut, dies hin und wieder auszuhalten. Die Reduzierung so vieler Einflüsse weist mich vielleicht auf das Wesentliche hin. Und bei aller Suche nach dem Wesentlichen steht der Grund des Vertrauens, dass Christus irgendwo in dieser Stille da ist. Wie wird dies für mich spürbar? Wann habe ich das letzte Mal in mich hineingehört und versucht die Stille auszuhalten?

Christian Bargel (Gemeindereferent - Jugendseelsorger)

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