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Für den Palmsonntag hat uns unser ehemaliger Gemeindefeferent Hubert Hemmerich seine Texte für einen Hausgottesdienst zur Verfügung gestellt,

die ich Ihnen gerne weitergeben möchten. Vielen Dank an ihn und Ihnen allen einen gesegneten Palmsonntag.
Ihr Joachim Bayer

Mit dem Palmsonntag treten wir ein in die „Heilige Woche“. Der triumphale Einzug Jesu in die Stadt Jerusalem wird mit „Hosianna-Rufen“ begleitet. Auch wir gehen heute im Geiste Jesus entgegen. Palmzweige, die gebracht werden, um dann das Kreuz daheim zu schmücken, werden im Gottesdienst am Samstag-Abend geweiht und Sie können diese danach wieder abholen.

Eine Kerze, geschmückt mit grünen Zweigen steht bereit!

Wir zünden eine Kerze an und beginnen: Im Namen des Vaters + des Sohnes + des Heiligen Geistes.

Lied zu Beginn: Singt dem König Freudenpsalmen GL 280, 1 + 2

Wenn die Palmzweige nicht in die Kirche gebracht werden, kann das folgende Segensgebet gesprochen werden:

Segensgebet über die Palmzweige Lasset uns beten: Guter Gott, segne diese Palmzweige, die auch Zeichen des Lebens und der Hoffnung, der Freude und der Erlösung sind. Und segne auch uns alle. Lass uns Jesus treu bleiben in glücklichen Tagen, aber auch in den dunklen und schweren Stunden unseres Lebens. Im Namen des + Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Kyrie-Rufe:
Herr Jesus Christus, König und Friedensfürst, halte Einzug auch bei uns. - Alle: Herr, erbarme dich!
Herr Jesus Christus, König und Friedensfürst, du stärkst uns, zu dem zu stehen, was wir für wichtig erkennen. - Alle: Christus, erbarme dich!
Herr Jesus Christus, König und Friedensfürst, Du willst, dass wir unseren Weg mit dir gehen. - Alle: Herr, erbarme dich!

Gebet:
Guter Gott, als dein Sohn Jesus in Jerusalem eingezogen ist, haben ihm die Menschen zugejubelt. Aber schon kurze Zeit später haben sie seinen Tod gefordert. So schnell kann sich Liebe in Hass verwandeln –auch bei uns. Lass uns deshalb wachsam sein und hilf uns, dass die Liebe zu unseren Mitmenschen in uns erhalten bleibt. Darum bitten wir durch Jesus, unseren Bruder und Herrn. Amen.

Lesung:
Phil 2,6-11 Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: «Jesus Christus ist der Herr» - zur Ehre Gottes, des Vaters.

Lied: Sieh, Jerusalem, dein König… GL 280, 3

Evangelium:
Mk 11,1-10 Der Einzug in Jerusalem Als sie in die Nähe von Jerusalem kamen, schickte er zwei seiner Jünger voraus. Er sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt; gleich wenn ihr hineinkommt, werdet ihr einen jungen Esel angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat. Bindet ihn los, und bringt ihn her! Und wenn jemand zu euch sagt: Was tut ihr da?, dann antwortet: Der Herr braucht ihn; er lässt ihn bald wieder zurückbringen. Da machten sie sich auf den Weg und fanden außen an einer Tür an der Straße einen jungen Esel angebunden und sie banden ihn los. Sie brachten den jungen Esel zu Jesus, legten ihre Kleider auf das Tier und er setzte sich darauf. Und viele breiteten ihre Kleider auf der Straße aus; andere rissen auf den Feldern Zweige (von den Büschen) ab und streuten sie auf den Weg. Die Leute, die vor ihm hergingen und die ihm folgten, riefen: Hosanna! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn! Gesegnet sei das Reich unseres Vaters David, das nun kommt. Hosanna in der Höhe! Und er zog nach Jerusalem hinein, in den Tempel.

Gedanken zum Festtag:
Heute denken wir also daran, wie Jesus mit Jubel und Freude in Jerusalem empfangen wurde. Doch diese Begeisterung der Menschen hält nicht lange an. Schon kurze Zeit später schlägt die Sympathie um in das kreischende Schreien: „KREUZIGE IHN!“ Noch heute bereitet uns der schnelle Stimmungsumschwung Kopfzerbrechen. Gerade noch heiß umjubelt, mit Palmzweigen, Hosianna und Prozession gefeiert, und nur vier Tage später wird derselbe Mensch ans Kreuz geschlagen. Und das ist doch auch heute so: An einem Tag ist man noch ein Star, am nächsten ist man vergessen. Heute umjubelter Politiker, morgen ein Ausgestoßener. Heute „Everybody's Darling“, morgen der Sündenbock. Das ist so typisch menschlich: In der Masse ist es ein leichtes, dem „König der Juden“ zuzujubeln. Da machen ja alle mit, da fall ich nicht auf und muss auch nicht mit irgendwelchen Konsequenzen rechnen. Aber bloß nicht auffallen, den Ball flach halten, mit den Wölfen heulen, mit dem Strom schwimmen. Wer kein Rückgrat hat, kann sich auch nichts brechen. Und vom Jubelgesang geht es dann also in die traurige Stille, vom «Hosianna» zum «Kreuzige ihn» - die Heilige Woche, die mit dem heutigen Palmsonntag beginnt, ist ein Wechselbad der Gefühle. Jubel - Angst - Trauer - Osterjubel. Wie das „Auf und Ab“ im richtigen Leben. Damals sahen die politischen und religiösen Autoritäten in Jesus den Volksaufwiegler und Gotteslästerer: einen, der sich weder ihrer noch einer anderen Macht beugt, weil ER nur die Macht Gottes anerkennt. Diese Kraft lebte Jesus. Es ist die Kraft der Liebe, der Menschlichkeit und der Güte! Mit dieser Kraft konnte er in seine letzten, aber auch schwersten Stunden gehen -und durch all diese Höhen und Tiefen. ER wusste, wer er war: Nicht der König, der allen Prunk und Reichtum dieser Welt sammelt, nicht der selbstherrliche Richter, der Judas vernichtet, bevor er ihn verraten konnte, nicht der verurteilte Verbrecher, der mit ihm ans Kreuz gehängt wurde… Jesus blieb immer der Sohn des himmlischen Vaters und er wusste: Nichts kann IHN von der Liebe Gottes trennen. Und das gilt auch für uns: Wir sind und bleiben die geliebten Kinder des Vaters. ER ist treu, damit auch wir immer zu IHM stehen können. So schenkt er auch uns diese Kraft, durchzuhalten, schwere Stunden auszuhalten und letztlich gestärkt daraus hervorzugehen. Amen.

Lied: Geister, die im Himmel wohnen… GL 280, 4

Fürbitten:
Wir beten zu Gott, unserem Vater, der immer ein offenes Ohr für uns Menschen hat, ganz besonders in Zeiten der Not und der Sorge: (Gemeinsame Antwort: Gott, sei du mitten unter uns!)

∗Für unseren Kirche und für alle, die neue Wege suchen, den Glauben weiterzusagen. ∗Für die vielen Menschen, die unter Armut, Krieg, Terror und Gewalt leiden und keine Aussicht auf Frieden haben. ∗Für alle, die sich für andere Menschen einsetzen ohne zu fragen, was es bringt und ob es sich lohnt.

  • Für alle, die ein schweres Schicksal zu tragen haben, dass sie das Vertrauen nicht verlieren, dass du sie liebst. ∗Für unsere Verstorbenen um das Leben in Freude bei dir. (Heute denken wir besonders an:…………………………….)
  • Wir beten in Stille für die Menschen, die uns anvertraut sind und die wir besonders lieb haben…

Gütiger Gott, du hast die Dunkelheiten in unserem Leben durch das Leiden und die Auferstehung deines Sohnes hell gemacht. Höre unser Gebet und vereine uns in deinem Frieden durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Vater unser:
Auch in seinem Leiden und sogar noch im Tod blieb Jesus Christus in der Einheit mit dem Vater. Er nimmt auch uns in diese Einheit mit hinein. Wir beten mit seinen Worten:

Friedensgebet:
Christus ist unser Friede. Er geht seinen Weg im Gehorsam gegenüber dem Vater und überwindet so alles Böse. Deshalb bitten wir ihn, dass er auch uns seinen Frieden schenkt und dass er endlich spürbar wird in unserem Leben und in der Welt. Fangen wir hier und jetzt damit an, wenn wir uns einen freundlichen Blick oder ein Lächeln schenken und uns so den Frieden wünschen und gönnen: Der Friede sein mit Euch!

Danklied:
Nun danket all… GL 403, 1 + 3 Gedanken für den Tag und für die „Heilige Woche“: »Hosianna« haben sie begeistert geschrien, »Hosianna, dem Sohne Davids!« Nicht lange hat es gedauert, da schrien sie dann: „Ans Kreuz mit ihm!“ Aus der Begeisterung wurde Hass -tödlicher Hass. Schnell ist einer erledigt und abgeschrieben, gestorben, wenn er nicht mehr die Erwartungen erfüllt, die Leistung erbringt oder zu lästig erscheint. Schnell wird aus dem Beifall Verachtung, gnadenlos ist das Spiel der Masse, gnadenlos das Spiel auf Leben und Tod. Gott hilf uns, dass es bei uns anders werden kann…

Schlussgebet:
Lasset uns beten! Jesus, du bist ein König in den Herzen der Menschen. Wo Menschen Brot, Zeit und Fürsorge miteinander teilen -da ist dein Reich. Wo Menschen verzeihen -da ist dein Reich. wo Menschen den Frieden bringen-da ist dein Reich. Wo Menschen Mut machen und trösten -da ist dein Reich. Jesus, sei du auch unser König. Wir danken dir heute und alle Tage unseres Lebens. Amen.

Segensgebet:
Geht mit der Einsicht, dass sich Gott durch die Menschwerdung seines Sohnes ganz auf unsere Seite gestellt hat. Geht mit der Absicht, so zu leben wie Jesus, der ohne Einschränkung für andere da war und ist. Geht mit der Aussicht, dass Gott auf diesem Weg mit uns geht, weil er durch uns und mit uns die Menschen erreichen will.

Dazu segne uns der barmherzige Gott: Der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Es segne und bewahre euch der Herr, unser Gott, Er schenke euch seine Liebe, seinen Frieden und sein Heil, + der Vater, der Sohn und der Hl. Geist. Amen.

Schlusslied: Wer leben will wie Gott… GL 460, 1 + 5

Zum Weiterdenken:

Jesus! Du, Sohn Davids, unser Befreier! Manchmal wünschten wir, du kämest in sichtbarer Hoheit daher und würdest auf einen Schlag alles Elend beenden. Aber du begegnest uns in der Gestalt eines Menschen, dessen Größe in Niedrigkeit verborgen ist. Du zeigst deine Macht im Ertragen von Ohnmacht, und überwindest das Böse mit Gutem. Du kommst auf einem Esel geritten, in der Gestalt eines machtlosen Menschen, und dein Weg führt in Leiden und Sterben. Du enttäuschst uns, weil wir von dir göttlichen Zauber erwarten. Wir kennen dein irdisches Leben, Jesus, und begreifen doch dein göttliches Geheimnis nicht. Wir halten uns fremdes Leid gern auf Abstand, auch deines. Wir verdrängen, wie bitter der Tod ist und wenden uns ab von deinem Kreuz, um nicht damit konfrontiert oder davon verändert zu werden. Aber du tröstest alle, die auf eine neue Welt hoffen; denn die Macht deiner Liebe verschafft dir den Sieg über alles Böse. Mach uns von falschen Erwartungen frei, und lehre uns, dir mit dem Mut der Demut zu folgen. Jesus, Gott, vergib uns unsere Blindheit, unsere Oberflächlichkeit im Glauben und die Feigheit in unserem Bekenntnis zu DIR! Amen.

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