logo pg ekm

Liebe Ehejubilare, wir leben im Augenblick in ungewöhnlichen Zeiten. Mit großem Bedauern mussten die Festgottesdienste mit den Ehejubilaren zur Kiliani-Festwoche in Würzburg abgesagt werden. Das ist uns nicht leichtgefallen, doch in der derzeitigen Situation, in der die Gesundheit aller durch das Corona-Virus so massiv bedroht ist, haben wir keine andere Möglichkeit gesehen. Auch in unserer Hauptabteilung wurden schon Vorbereitungen getroffen, nun ist alles anders geworden. Ob die Feiern so oder in einem anderen Rahmen nachgeholt werden können, ist noch nicht vorhersehbar.

Auch wenn Sie derzeit nicht so feiern können, wie Sie es vielleicht sonst gerne getan hätten: Ihr Ehejubiläum findet natürlich trotzdem statt! Ganz herzlich gratuliere ich Ihnen zu diesem Fest und wünsche Ihnen alles Gute und Gottes Segen.

Für das Jahr 2020 haben wir ein Wort aus dem Epheser Brief gesetzt: „Die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe der Liebe Christi erkennen, die alle Erkenntnis übersteigt“ (nach Eph 3,18-19). Das Ehejubiläum ist ein guter Anlass, die Gedanken und Herzen neu auf Gott hin auszurichten, um die Höhe der Liebe Christi zu erkennen.

Zugleich ist Gott als Mensch selber in die Tiefen und Abgründe unseres Lebens und unserer Existenz hinabgestiegen, um uns auch in den schweren Stunden nicht zu verlassen. Das meint, die Tiefe der Liebe Christi zu erkennen. Die Breite der Liebe Christi macht deutlich, wie viele Male und auf wieviel verschiedene Weise uns Gott in der ehelichen Gemeinschaft und im Laufe unseres Lebens beigestanden ist. Die Länge der Liebe Christi erkennen bedeutet schließlich: Unsere Welt und unsere Lebensgeschichte erhalten im gemeinsamen Bund der Ehe von Christus her ihren wahren Sinn, ihr Ziel und ihre Richtung.

Vielleicht haben Sie auch sonst für Ihren Hochzeitstag eine Form, mit der Sie diesen Tag feiern. Das Jubiläum in diesem Jahr kann ein guter Anlass sein, für die vielen gemeinsamen Jahre ganz besonders „Danke“ zu sagen - Ihrem Partner /Ihrer Partnerin und auch Gott. Gemeinsam hätten wir dies gerne mit Ihnen zusammen im Dom getan. Dies ist im Augenblick leider nicht möglich. Deshalb lade ich Sie ein, selbst zu Hause eine Dankandacht zu feiern, zum Beispiel am Hochzeitstag selbst oder ganz bewusst im Laufe des Jahres, wenn Sie die Möglichkeit haben, dies mit weiteren Familienmitgliedern zu feiern. Sie finden eine solche Feier im Gotteslob Nr. 27. Die dort abgedruckte Lesung passt sehr gut zum Anlass. Vielleicht haben Sie einige Lieblingslieder, die Sie gerne an Ihrem Jubeltag singen möchten. Der beiliegende Impuls kann auch eine Anregung für ein Gespräch sein.

Wenn Sie an die vielen gemeinsamen Jahre Ihrer Ehe zurückdenken, fallen Ihnen sicher viele Situationen ein, die erst einmal neu und nicht immer angenehm waren: die erste gemeinsame Wohnung und der damit verbundene neue Alltag zu zweit; das erste gemeinsame Kind - oder auch, dass Sie das nicht erleben konnten; Krisen wie Krankheit oder Unglücksfälle; und noch vieles mehr. Vermutlich haben Sie des Öfteren gedacht: „So etwas habe ich / haben wir noch nicht erlebt, das kann ich / können wir doch gar nicht, das schaffe ich/das schaffen wir nicht!“ In der Rückschau kann man das vielleicht gelassener betrachten. Ich hoffe, dass Sie sagen können: „Wir werden auch mit Gottes Hilfe die derzeitige Situation meistern!“

Erst recht wollen wir die hoffentlich unzählig vielen schönen Erfahrungen im Leben nicht vergessen. Es lohnt sich, wieder einmal alte Fotoalben durchzublättern oder von den gelebten Jahren zu erzählen, um sich bewusst auch daran zu erinnern. Wie viel Glück und Segen haben Sie erfahren und weitergegeben.

Wie in all den Jahren wird Gott Sie mit Sicherheit auch in den nächsten Jahren in allem Schönen und in allem Schweren begleiten und Sie tragen.

Ich grüße Sie auch im Namen von unserem Bischof Dr. Franz Jung. Gott segne Sie. Bleiben Sie gesund.

Ihr
+ Ulrich Boom
Weihbischof
Hauptabteilungsleiter

 

Dr Brief im Original:

Impulse

­