logo pg ekm

Im ersten Petrusbrief 2, 4-9 ist von Steinen die Rede.

Steine kann ich gut einsetzen. Mit Steinen kann ich spielen, kann sie z. B. übers Wasser hüpfen lassen,

Steine kann ich sammeln oder ich verwende Steine zum Bauen.
Steine können aber auch unangenehm sein. Sie liegen im Weg und ich stolpere darüber. An Seinen kann ich mich anstoßen und verletzen.

Diese Gedanken greift der Schreiber des Petrusbriefes auf. Er macht uns darauf aufmerksam, dass Jesus Christus so ein Stein ist. Manche Menschen können mit diesem Christus-Stein sehr viel anfangen. Er ist ihr Grundstein, auf dem sie ihr Leben, ihren Glauben bauen. Ein Stein von Gott gegeben, auf dem sie weiterbauen können. Und weil dieser Stein wie ein Fels ist, hält das Gebäude ihres Lebens, auch wenn es einmal stürmisch wird.

Andere können mit diesem Christus-Stein nichts anfangen. Er stört sie; in ihrem bequem eingerichteten Leben, in ihren Gewohnheiten. Sie stoßen sich an ihn, an den Aussagen Jesu, seiner Botschaft, seinem Umgang mit anderen Menschen. Denn sie spüren: Jesus nimmt Anstoß an ihrem Verhalten, ihrer Art und Weise, wie sie andere behandeln, mit ihnen reden, über sie denken. Für wen Christus so ein anstößiger Stein ist, der hat aber auch die Möglichkeit, einen Denkanstoß zu erhalten und sein Leben zu verändern. Auch für ihn kann Jesus zum Grund- und Eckstein des Lebens werden.

Gott wollte, dass Christus für alle Menschen ein lebendiger Stein ist. Kein totes, vergangenes Etwas, sondern ein Baustein zum Leben. Darum sollen auch wir lebendige Steine sein. Steine mit denen etwas anzufangen ist, mit denen man Zukunft gestalten kann, mit denen man Kirche bauen kann, mit denen sich die Welt umbauen und verändern lässt - zum Guten.

Wer durch den Glauben an Gott und Jesus Christus ein lebendiger Stein ist, der ist Gottes Volk und sein besonderes Eigentum. Der trägt die Würde der Kinder Gottes in sich. Der ist ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm. Alles Ehrungen und Auszeichnungen, die den Menschen auf Grund ihres Glaubens, ihres Vertrauens auf Gott zukommen. Diese Zusage, diese Auszeichnung tut gut und es ist

schön zu wissen: Auch ich gehöre dazu. Dafür darf ich Gott danken!

 

Angestoßen sind wir in den letzten Wochen am Coronavirus-Stein. Schmerzhaft. Manchem war dies auch ein Anstoß über sein Leben und Verhalten nachzudenken. Mancher hat Lebensumbau betrieben, hat Mitmenschlichkeit und Hilfsbereitschaft mehr Raum gegeben. Eingemauert sind sich viele vorgekommen, durch die Vorsichtsmaßnahmen und Einschränkungen. Jetzt werden diese Steine langsam abgetragen und wir dürfen wieder Freiheit erleben. Auch dieser Stein der Corona-Epidemie kann für uns ein positiver Stein des Anstoßes werden, wenn wir, im Blick auf den Umgang mit unseren Mitmenschen und der Schöpfung, sensibler werden und die Hilfsbereitschaft beibehalten, die in letzter Zeit so oft spürbar wurde.

 

Einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Joachim Bayer

­