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„Vertrauen“ - Mit diesem Schlagwort würde ich das Evangelium zum 5. Fastensonntag

(Joh 11, 1-45) von der Auferweckung des Lazarus überschreiben.

Im Text geht es nämlich immer wieder um das Vertrauen zu Gott und Jesus.

  • Martha und Maria vertrauen in der Krankheit ihres Bruders Lazarus auf die Hilfe Jesus und senden ihm eine Nachricht.
  • Jesus vertraut darauf, dass diese Krankheit nicht zum Tod, sondern zur Verherrlichung Gottes dient.
  • Martha vertraut, dass Gott durch Jesus hilft.
  • Zudem vertraut sie der Zusage Jesu, dass er Auferstehung und Leben ist und schenken kann.
  • Und sie vertraut, dass Jesus der Messias, der Sohn Gottes ist und damit alles Unmögliche möglich machen kann.
  • Die Schwestern vertrauen Jesus Zusage und lassen den Stein vom Grab ihres Bruders wegnehmen.
  • Und schließlich vertrauen diejenigen, die dieses Zeichen der Totenheilung miterleben, Jesus und glauben an ihn als den Messias Gottes.

Ganz schön viel Vertrauen. Natürlich kommt in diesem Text auch Zweifel und Fragen nicht zu kurz. Letztendlich ist es aber ein Bericht über das Vertrauen und damit den Glauben der Menschen an Jesus als den Messias Gottes. Da drängt sich doch die Frage auf, wie es um mein eigenes Vertrauen zu Jesus und seiner Wirkmacht steht.

  • Kann ich auf die Hilfe Jesu für mich und mein Leben vertrauen?
  • Vertraue ich darauf, dass Gott durch mein Leben verherrlicht wird - ich ihn durch mein Leben, mein Tun verherrlichen kann?
  • Vertraue ich auf die Zusage, dass mir Auferstehung und Leben geschenkt ist? Durch meinen Glauben an Gott und Jesus. Jetzt schon im Leben und einst am Ende meines irdischen Daseins.
  • Glaube ich an Jesus als den Messias Gottes, der alles zum Guten führt?
  • Kann ich darauf vertrauen, dass andere Menschen - in Jesu Namen, d.h. im Glauben an ihn - Steine wegnehmen, die mich vom Leben abschneiden, meinem Leben im Weg liegen?
  • Vertraue ich seinen Worten und den Erzählungen seines heilvollen Handelns, die mir durch die Evangelien überliefert wurden?

Lassen Sie diese Fragen auf sich wirken. Meinen Sie nicht, Sie müssten jede sofort mit Ja beantworten, um ein „guter Christ“ zu sein. Es sind Fragen für das Leben und werden, in der jeweiligen Situation, auch unterschiedlich beantwortet. Gerade jetzt in der Krise mit dem Coronavirus, wird unser Vertrauen in Gott und Jesus hinterfragt und ist gefragt. Mein Vertrauen, mein Glaube kann wir helfen Ruhe zu bewahren, nicht zu verzweifeln, nicht vor Angst durchzudrehen, durchzuhalten, besonnen und verantwortungsvoll zu Handeln, meine Mitmenschen zu sehen und ihnen beizustehen, dankbar zu sein für geleistete Hilfe oder die Einsatzbereitschaft vieler Menschen, nachzudenken über die Art wie ich lebe und mein Leben gestalte, Neues zu entdecken, Werte neu schätzen zu lernen, gestärkt aus der Krise herauszugehen. Das heutige Evangelium kann mir dabei helfen, in schweren Lebenssituationen nicht zu verzweifeln, sondern diese - im Vertrauen auf Gott und Jesus - zu bestehen. Aufgeweckt und auferweckt zu werden von meinem Todeszustand. Mitten im Leben.

Denken Sie an das Lied von Peter Janssens und Alois Albrecht:

Manchmal feiern wir mitten im Tag ein Fest der Auferstehung. Stunden werden eingeschmolzen, und ein Glück ist da.
Manchmal feiern wir mitten im Wort ein Fest der Auferstehung. Sätze werden aufgebrochen, und ein Lied ist da.
Manchmal feiern wir mitten im Streit ein Fest der Auferstehung. Waffen werden umgeschmiedet, und ein Friede ist da.
Manchmal feiern wir mitten im Tun ein Fest der Auferstehung. Sperren werden überwunden, und ein Geist ist da.

Eine vertrauensvolle Zeit wünscht Ihnen allen
Ihr Joachim Bayer

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