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nach Matthäus 28, 1-8

 Nach dem Sabbat kamen in der Morgendämmerung des ersten Tages

der Woche Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen.

Plötzlich entstand ein gewaltiges Erdbeben; denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat an das Grab, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Seine Gestalt leuchtete wie ein Blitz, und sein Gewand war weiß wir Schnee. Die Wächter fielen wie tot zu Boden.
Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht!
Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten.
Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat.
Kommt her und seht euch die Stelle an, wo er lag.
Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferstanden.
Er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Ich habe es euch gesagt.
Sogleich verließen sie das Grab und eilten voll Furcht und großer Freude zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden.

 „Fürchtet euch nicht!“, ist die erste Botschaft des Engels.

Fürchtet euch nicht, vor der gewaltigen Botschaft, dass das Leben größer ist, als der Tod.
Fürchtet euch nicht, vor der Macht Gottes, die sogar Naturgesetze verändert.
Fürchtet euch nicht, vor der Liebe Gottes zu uns Menschen, die unser Leben verändert.
Fürchtet euch nicht, vor den Gräbern eurer Angst.
Fürchtet euch nicht, vor den Gräbern der Krankheit oder der Not.
Fürchtet euch nicht, vor dem Ungewissen, Unberechenbaren.
Fürchtet euch nicht vor dem Tod.
Fürchtet euch nicht, denn ihr fallt nicht tiefer als in Gottes Hände.
Fürchtet euch nicht, denn ihr fallt ins Leben hinein.
„Er ist auferstanden“, folgt als umwerfende, frohe Nachricht.

 Auferstanden vom Tod. Er lebt! Er ist nicht mehr im Grab. Nicht mehr weggeschlossen. Frei!

Er befreit auch uns, wenn wir uns auf ihn einlassen. Befreit uns aus den freigewählten oder aufgezwungenen Gräbern der Einsamkeit, des Egoismus, der Menschenverachtung, des Hasses, des Elends, … und einmal aus dem Grab des Todes. Befreit uns zu einem Leben in Würde, Gerechtigkeit, Mitmenschlichkeit, Frieden. Zum Leben der Kinder Gottes.

 Und schließlich: „Er geht euch voraus nach Galiläa“.

 Wenn wir ihn sehen, erfahren, erleben wollen, diesen auferstandenen, lebendigen Jesus, dann sollten wir tun, was der Engel sagt: „Geht nach Galiläa.“ Geht in euer Galiläa, in euren Alltag, in euer tagtägliches Leben. Dort im Alltäglichen werden wir Jesus sehen, erfahren, erleben. Denn er ist schon da, bevor wir ihn suchen. Er erwartet uns, schon bevor wir ihn erwarten. Er ist da, um uns zu stärken, Mut zu machen, zu trösten, mit uns zu lachen und zu weinen, sich mit uns zu freuen. Er will das Leben mit uns teilen, Teil unseres Lebens sein. Er möchte uns zum Leben helfen. Mit ihm kann unser Leben sinnvoll gelingen, kann es ein erfülltes Leben sein. In unserem Leben und mit unserem Leben sollen wir seine Botschaft verkünden. Die Botschaft, das Gott uns liebt, die Botschaft der gelebten Nächstenliebe, die Botschaft der Vergebung und des inneren und äußeren Friedens.

 Daher rufe ich Euch zu: Jesus ist auferstanden! Halleluja! Er lebt mitten unter uns.

 Ein gesegnetes, hoffnungsfrohes und stärkendes Osterfest!

Euer Joachim Bayer

 Die Osterkerze, das Zeichen für den auferstandenen Herrn, brennt am Ostertag in unseren Kirchen. Gerne können Sie sich das österliche Licht holen und in Ihre Häuser tragen. Vielleicht möchten Sie ja auch jemanden damit beschenken und stellen es vor die Türe. Oder entzünden Sie ein Licht und stellen es ans Grab Ihrer Verstorbenen. Lassen sie das Osterlicht in das Dunkel mancher Sorge und Angst leuchten, damit es Hoffnung und Leben schenkt!

 Zum Gebet für zu Hause: Gotteslob Nr. 675 Auferstehung; Lied Nr. 780 „Preis dem Todesüberwinder“

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