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IMG 0070Serie zum Jahresthema „
Wie wollen wir leben?“

„Inspirierende Menschen“

Das Jahresthema, das uns 2021 begleitet, lautet „Wie wollen wir leben?“.

Wenn wir diese Frage auf unseren Glauben beziehen, können wir auch darüber nachdenken: „Welche Gestaltungsmöglichkeiten habe ich in meinem Glauben?“ 

Auf der Suche nach Antworten bieten uns Vorbilder, inspirierende Menschen, die Möglichkeit, sich anregen zu lassen von ihren Gedanken, von ihren Ideen, von ihrem Handeln. So wollen wir in einer Serie auf der Homepage unserer Pfarrei regelmäßig Inspirationen geben, Menschen vorstellen, die uns als Vorbild dienen können und uns Gestaltungsmöglichkeiten im Glauben zeigen.


 

Im Dezember 2010 nimmt Samuel Koch als Wettkandidat bei Thomas Gottschalks ZDF-Show Wetten, dass..? teil. Mit speziellen Sprungstelzen will er es schaffen, über insgesamt fünf fahrende Autos zu springen.

Katharina von SienaDas Besondere daran: Samuel springt nicht einfach nur über die Autos, er baut zusätzlich einen Salto mit ein. Beim Sprung über das vierte Auto, das ausgerechnet sein Vater fährt, stürzt er und das Unglück passiert. Seitdem sitzt Koch im Rollstuhl und ist vom Hals abwärts gelähmt. Doch seinem Lebensmut tut dieser Vorfall keinen Abbruch. Stärker als je zuvor kämpft er sich zurück ins Leben.

Auch wenn er mit seinem Schicksal und Gott anfangs haderte, seinen Glauben hat Koch nicht verloren. Für Samuel Koch hat der Glaube an Gott große Bedeutung. In einem Interview mit dem Magazin „leben!“ des Bistums Münster sagte Koch, der Glaube gebe seinem Leben „Sinn, Hilfestellung, Halt, Trost, Orientierung, Motivation".

Koch erklärte, als Sportler habe er vor jedem Wettkampf ein Stoßgebet losgeschickt, auch direkt vor seinem Auftritt in der „Wetten, dass …?“-Sendung. Nach dem Unfall sei er sehr enttäuscht gewesen und habe mit dem „lieben Gott“ gezweifelt und gehadert. „Bis ich dann feststellen durfte, dass meine Vorstellungen vom lieben Gott nicht ganz richtig sind.“ Koch fügte hinzu: „Vielleicht hat er etwas ganz anderes für mich gedacht, als dass ich mich vollständig bewegen kann.“ Ein liebender Gott sei Gott auf jeden Fall.

Seit 2016 ist er verheiratet. Die Ehe ist für ihn ein heiliger Bund. Wenn man Glaube, Liebe und Hoffnung unter einen göttlichen Segen stelle, bekomme die Liebe größere Bedeutung. „Wir sind tiefer verbunden und gesegnet von Gott.“

Wohl auch in Anspielung auf die Corona-Pandemie stellt Koch in den Ostertagen fest: "Gerade in diesen Zeiten ist Gesundheit das Wichtigste, ja, das mag für manche Menschen so sein. Aber ich glaube, es gibt noch etwas Wichtigeres." Er zitiert einen Bibel-Satz, der auch im Bühnenstück "Steppenwolf" Eingang gefunden hat, in dem Koch am Nationaltheater Mannheim begeistert: "Was hülfe es dir, wenn du die ganze Welt gewönnest und nehmest doch Schaden an deiner Seele." Denn Koch ist überzeugt, "dass eine seelische Gesundheit noch viel kostbarer ist als eine körperliche".

Vor elf Jahren hat sich das Leben des jungen Mannes komplett verändert. Er glaubt nicht, dass es Gottes Plan war, dass er nun gelähmt ist. Er bezweifelt, dass es einen in Stein gemeißelten Plan für sein Leben überhaupt gibt. Aber er hält an dem Glauben fest, dass dieser Gott ihn begleitet – wie auch immer sein Leben weitergeht. Und dieses Gottvertrauen trägt ihn jeden Tag neu:

„Deswegen gefällt mir die Vorstellung ganz gut, dass Gott eher so ist wie eine Art Navigationssystem, das dann, wenn man die Route verlassen hat, einem seelenruhig sagt: ‚Die Route wird neu berechnet‘.“

Ein Betrag über Samuel Koch von der Katholische Hörfunkarbeit steht unter

https://www.xn--katholische-hrfunkarbeit-xoc.de/index.php?id=2984&no_cache=1&sword_list%5B%5D=Koch

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